Motivation
In vielen Bereichen des modernen Maschinenbaus reichen herkömmliche Methoden nicht mehr aus, um komplizierte Systeme zu steuern und zu kontrollieren. Oftmals wird eine Flut aus Signalen verschiedener Sensoren benötigt, deren Informationen verarbeitet werden müssen - ein Gebiet der Elektrotechnik. Die Mechatronik bezeichnet also die räumliche Integration maschinenbaulicher und elektrotechnischer Komponenten in einem Gerät.
Um nun Fachkräfte für genau diese Schnittstelle zu bekommen, war es nötig, einen neuen Studiengang zu erschaffen. Da dieser sehr jung ist, bedeutet das für die Studierenden einen hohen Grad an Pioniergeist. Viel muss man sich selbst erarbeiten, es gibt so gut wie niemanden, den man fragen kann. Jedoch ist es nicht allzu schwer, an die benötigen Informationen zu kommen.
Das Studium
Das Mechatronik-Studium beginnt mit einem Grundstudium der Elektro- und Informationstechnik oder des Maschinenbaus. Danach wechselt man auf den Studiengang Mechatronik. Dieser Wechsel ist reine Formsache und nicht weiter erwähnenswert. Interessant hingegen ist der Unterschied zwischen den beiden möglichen Grundstudiengängen.
Während das Vordiplom in Elektrotechnik sehr mathematisch und theoretisch ist, sieht man im Maschinenbau deutlich mehr Praxisbezug gleich von Anfang an. Jedoch ist das Vordiplom des Maschinenbaus deutlich zeitaufwändiger. Das relativiert sich durch die insgesamt gleiche Semesterstundenzahl des Studiums. Sprich: Was die Maschinenbauer im Vordiplom mehr machen, muss der Elektrotechniker im Hauptdiplom nachholen. In beiden Fällen sind bis zum Vordiplom mindestens acht Wochen Praktikum zu absolvieren.
Im Hauptdiplom kommen dann zu den normalen Kernfächern noch Vordiplomsfächer der jeweils anderen Fachrichtung hinzu. Dies ist notwendig, um die nötigen Grundlagen in allen Bereichen zu schaffen. Dadurch wird das Studium sehr anspruchsvoll, da in diesen Vordiplomsfächern schwächere Studenten gezielt ausgesiebt werden. Mit etwas Fleiß ist diese Hürde aber zu nehmen.
Auch im Hauptstudium merkt man die Zweiteilung des Studiums. So muss man je ein Hauptfach der Elektrotechnik und eines des Maschinenbaus wählen. Generell kann aber der Stundenplan durch die freie Auswahl der Fächer beider Fachrichtungen sehr flexibel und persönlich gestaltet werden. Im Hauptstudium muss man nochmals min. 13 Wochen Praktikum absolvieren. Im gesamten Studium darf die Praktikumszeit jedoch 26 Wochen nicht unterschreiten. Das bedeutet, dass man die restlichen fünf Wochen nach belieben auf Vor- und Hauptdiplom verteilen kann.
Das Studium schließt ab mit der Diplomarbeit, für die man sechs Monate Zeit hat und die aus einem der beiden Fachgebiete stammen muss.
Ausblick auf das Berufsleben
Ob in Forschung, Entwicklung, Fertigung, Montage, Wartung oder Überwachung - der Mechatroniker ist aufgrund seines breit gefächerten Studiums vielseitig einsetzbar. Aufgrund seiner Fähigkeiten wird er oft mit administrativen Aufgaben oder als Schnittstellenkoordinator eingesetzt, der zum Beispiel die Spezialisten der Fachgebiete zusammenführt oder den Überblick über die gesamte Produktion behält.
Daher ist es wichtig, sich früh Kenntnisse in Menschenführung und Teamarbeit an zueignen. Eine gute Möglichkeit dafür bietet sich zum Beispiel durch Lerngruppen, Arbeit an einem Institut oder die Leitung von Tutorien.
Links
ZIB Broschüre
Fachschaft Elektrotechnik
Fachschaft Maschienenbau