Mathematik

Motivation

Die Mathematik entstand ursprünglich aus der Untersuchung von Figuren und dem Rechnen mit Zahlen, die im Laufe der Zeit immer weiter abstrahiert wurden. Üblicherweise ordnet man die Mathematik als Strukturwissenschaft ein. Die Problematik ist, bereits gelöste Probleme auf neue Situationen zu übertragen, oder auch zu erkennen, dass ein Problem gar nicht neu ist. Im Gegensatz zur oft vorherrschenden Wahrnehmung ist die Mathematik kein abgeschlossenes Fachgebiet. Es gibt eine große Anzahl an offenen Fragen, jedes Jahr werden neue Ergebnisse und Methoden in Fachzeitschriften veröffentlicht, auch wenn für ein Verständnis dieser Publikationen bereits umfangreiche Kenntnisse von Nöten sind. Das eigentliche Ziel der Mathematik ist, Gegebenheiten im täglichen Leben zu verstehen oder vorherzusagen, sei es an der Börse oder in den Ingenieurwissenschaften. Insbesondere stellt sich hierbei das Problem, allgemeine Beschreibungen in die Sprache der Mathematik zu fassen. Jedoch gibt es auch Teilbereiche der Mathematik, die sich größtenteils mit der Mathematik selbst beschäftigen und nicht direkt einen praktischen Bezug haben, dort allerdings auch weiterhelfen können. Häufig kategorisiert man in diesem Zusammenhang die Teilbereiche der Mathematik in die Teile der reinen und die der angewandten Mathematik. Was für viele die Attraktivität der Mathematik ausmacht, ist ihre innere Kohärenz und Klarheit, die sich aber wohl nur denen erschließen kann, die sich aktiv mit der Mathematik beschäftigen.

Das Studium

Am KIT gibt es drei Diplomstudiengänge der Mathematik: Mathematik, Technomathematik und Wirtschaftsmathematik. Die Technomathematik ist sehr eng mit den Ingenieurwissenschaften verbunden. Man belegt hierbei ein bestimmtes technisches Fach, zum Beispiel Maschinenbau, Elektrotechnik oder Physik. Die Motivation hinter diesem Studiengang ist, dass in der heutigen Welt für beinahe alle Fachbereiche immer mehr Mathematik benötigt wird, und hier der Dialog zwischen Ingenieuren und Mathematikern verbessert werden soll und werden kann. Die Wirtschaftsmathematik ist wohl der beliebteste Mathematikstudiengang in Karlsruhe. Er wurde 1983 an der Fridericiana eingeführt, womit sich die Universität als eine der ersten in Deutschland positionierte, um den Bedarf der Industrie an Diplommathematikern mit Kenntnissen der Wirtschaftswissenschaften decken zu können. Der Studiengang verbindet die Fächer Mathematik (ca. 60%) und die Wirtschaftswissenschaften (ca. 40%) miteinander. Der Diplomstudiengang Mathematik am KIT ist stärker als an anderen Unis an der Forschung orientiert. Die Regelstudienzeit beträgt 9 Semester. Er ist aufgeteilt in ein viersemestriges Grundstudium, in dem die Wahl der Veranstaltungen noch recht eingeschränkt ist und das Hauptstudium, in welchem die Wahlmöglichkeiten wesentlich größer sind. Das Grundstudium besteht zu großen Teilen aus den Vorlesungen Analysis I-III (Differential- und Integralrechnung), der Linearen Algebra I+II, Numerik I und Stochastik I. Zudem wählt man ein Nebenfach - oft Informatik, Physik oder Wirtschaftswissenschaften - in dem man ebenfalls die Grundvorlesungen der entsprechenden Fakultät hört. Im Hauptstudium dann vertieft man selbstgewählte Disziplinen, gekrönt von einer Diplomarbeit, nach welcher man die drei mündlichen Prüfungen zu den Gebieten Reine Mathematik, Angewandte Mathematik und seinem gewählten Spezialfach zu absolvieren hat, um endlich das Diplom zu erhalten.

Berufsaussichten

Je nach gewählter Studienrichtung gibt es eigentlich in jedem Bereich Einsatzgebiete für Mathematiker. Sei es in der Versicherungsbranche, bei Banken, Unternehmensberatungen oder Produktionsunternehmen. Hier ist die Arbeit konzentriert auf stochastische Modelle, um Entwicklungen vorhersagen zu können, oder um den Aufwand von Versuchsreihen möglichst gering zu halten. Zum Anderen ist es aber auch möglich, dass Arbeitgeber Mathematiker nicht primär wegen ihrer Studieninhalte einstellen, sondern vor allem wegen der Art zu Denken, welche im Mathematikstudium erlernt wurde. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind derzeit als sehr gut einzuschätzen, auch begründet dadurch, dass Mathematiker in sehr vielen verschiedenen Branchen eingesetzt werden können.