
Motivation
Die Fakultät für Elektrotechnik an der Uni Karlsruhe entstand 1894 aus der Fakultät für Physik. Bereits zu dieser Zeit gelangen Bahnbrechende Entdeckungen an der damaligen Technischen Hochschule: Heinrich Hertz gelang 1886/88 in Karlsruhe der Nachweis der elektromagnetischen Wellen, Otto Lehmann entdeckte 1888 die Flüssigkristalle, und Ferdinand Braun entwickelte 1897 die nach ihm benannte Elektronenstrahlröhre.
An Ort und Stelle der ersten Übertragung elektromagnetischer Wellen werden auf heute noch Vorlesungen gehalten – im Hertz-Hörsaal. Doch die Elektrotechnik in Karlsruhe ruht sich keinesfalls auf den Entwicklungen ihrer Ahnen aus, sondern bleibt in führenden Fachrichtungen wie Chipdesign sowie Display- und LED-Technik immer vorn dabei.
So verwundert es nicht, dass der Studiengang Elektrotechnik und Informationstechnik der Uni Karlsruhe in fast allen publizierten Uni-Rankings ganz vorne dabei ist – sei es aus Sicht der Studenten oder von Seiten der Wirtschaft.
Das Studium
Im Gegensatz zu manch anderer Hochschule präsentiert sich Karlsruhe mit einem überaus modernen Studiengang, der zwar keinesfalls die traditionellen Elemente der analogen Elektrotechnik vernachlässigt, aber schon früh im Grundstudium auf das Gebiet der heutigen Digitaltechnik vorstößt.
Der Weg zum Diplom-Ingenieur der Elektrotechnik dauert in Karlsruhe planmäßig 10 Semester.
Im ersten Teil – dem Grundstudium, das vier Semester umfasst – werden vor allem mathematische, physikalische und elektrotechnische Grundlagen vermittelt. Zusätzlich muss man in dieser Zeit (oder davor) ein acht- bis dreizehnwöchiges Industriepraktikum absolvieren. Im Grundstudium existiert ein Stundenplan, an den man sich sehr gut halten kann, da viele Vorlesungen aufeinander aufbauen.
Nachdem man das Vordiplom in der Tasche hat, geht es zunächst zwei Semester lang mit den Kernfächern weiter. Diese sind Pflicht zum Hauptdiplom. In dieser Zeit sollte man sich für einen Modellstudiengang entscheiden, auf den man sich ab dem siebten Semester konzentriert. Es gibt hier 20 vordefinierte Wahlmöglichkeiten – von denen mit System on Chip, Regenerative Energien sowie Elektroenergiesysteme und Hochspannungstechnik nur einige genannt werden sollen. Nach den relativ verschulten ersten sechs Semestern bietet sich also eine breite Palette an Spezialisierungen, die im Hinblick auf den Arbeitsmarkt abgestimmt sind.
Zum Hauptdiplom ist außerdem ein weiteres Industriepraktikum zu absolvieren. Abgeschlossen wird das Studium dann mit der Diplomarbeit, die sich über sechs Monate erstreckt.
Ausblick für das Berufsleben
Der Arbeitsmarkt für Ingenieure – besonders in der Elektrotechnik und im Maschinenbau – bietet derzeit hervorragende Aussichten für Absolventen. Laut VDE gibt es in Deutschland zurzeit (August 2006) ca. 4200 offene Stellen – das sind 15% mehr als noch im März 2006.
Elektroingenieure werden aber auch bevorzugt in branchenübergreifenden Positionen eingestellt, so stellen Versicherungen und Unternehmensberatungen Absolventen dieser Fachrichtung aufgrund ihres breit gefächerten Know-Hows und analytischen Fähigkeiten ein.